Im November 2025 reiste ich nach Guatemala, wo unsere Stiftung seit vielen Jahren Projekte unterstützt und begleitet. Wegen meiner Sonnenallergie fiel die Reise bewusst in die Regenzeit – zurück in Deutschland landete ich mitten im Adventsstress. Und doch konnte all der Trubel die schönen Eindrücke und Begegnungen nicht verdrängen: Sie sind mir geblieben – tief in meinen Gedanken und in meinem Herzen.
Momente, die bleiben
Das Wiedersehen mit mehreren unserer Patenkinder und ihren Familien war für mich besonders bewegend. Kinder, die wir über viele Jahre begleiten durften und die heute selbstbestimmt ihren Weg gehen – mit Bildung, mit Optimismus und mit neuen Perspektiven. Zu sehen, wie aus Unterstützung Zukunft geworden ist und wie Familien heute in Würde leben, war ein zutiefst berührender Moment – das war Weihnachten. Gerade in diesen Augenblicken wurde mir wieder bewusst, warum wir all das tun.

Verlässliche Partner vor Ort
Ein Grundpfeiler unserer Arbeit in Guatemala ist das starke lokale Netzwerk. Wie bei meinen früheren Besuchen wohnte ich zunächst bei meiner guatemaltekischen Familie in der Hauptstadt – ach, wie groß die Kinder geworden sind! Es ist wunderbar zu sehen, dass genau diese Kinder heute selbst aktiv unsere Projekte unterstützen. Das erfüllt mich mit tiefer Freude und zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltig unsere Arbeit wirkt: Unterstützung von damals wächst zu eigenem Engagement, das neue Generationen inspiriert.
Bel, unsere „Schwiegertochter“ und Vizepräsidentin der Stiftung vor Ort, begleitete mich während der gesamten Reise. Sie organisierte Termine, dolmetschte, sorgte für sichere Wege, passte auf mich auf und teilte mit mir Momente des Lachens und der Rührung. Die Fahrten zu den verschiedenen Projektorten zeigten mir erneut die Gegensätze des Landes: Armut und Wohlstand, Lebensfreude und Risiken liegen hier oft nah beieinander – ein Wechselbad der Gefühle, das einen eigenen Bericht wert wäre.
Begegnungen und Projektbesuche
Während meines Aufenthalts standen zahlreiche Gespräche, Sitzungen und Projektbesuche auf dem Programm.
Interne Stiftungsarbeit
- Ehrung ehrenamtliche des Jahres
- Gespräche zu Verwaltungs- und Bürofragen
- Sitzungen des lokalen Stiftungsrats
- Wiedersehen mit „Michis Freunden“, deren Kinder heute studieren oder sich in qualifizierten Ausbildungen befinden
Projektstandort Alotenango – „Bendición de Dios“
- Besuch der Berufsschule
- Treffen mit einem Patenkind und dessen Familie
- Besichtigung der Grundschule
- Besuch der Räumlichkeiten für Workshops zur beruflichen Ausbildung
San Pedro la Laguna – Bella Vista Schule
- Hospitation im Unterricht
- Teilnahme am Schulfrühstück
- Gespräche mit der Schulleitung und Maria Fritz
- Besuch des Leiters einer Sprachschule vor Ort
Besonders inspirierend war für mich der Austausch über mögliche zukünftige Kooperationen mit Deutschland, etwa in Form von Austauschprogrammen für Studierende oder Auszubildende. Meine Vision ist es, langfristig solche Begegnungen zu ermöglichen und damit neue Brücken zwischen den Ländern zu bauen.

Resümee – Dankbarkeit und Zuversicht
Inzwischen hat mich der Alltag der Stiftungsarbeit wieder eingeholt: Projekte werden ausgewertet, Beschlüsse umgesetzt, neue Sitzungen vorbereitet und der Austausch mit unseren Partnerinnen und Partnern in Guatemala und Deutschland läuft weiter. Dieser Bericht soll einen kleinen Einblick in meine Reise geben – eine Reise, die mir vor allem eines deutlich gemacht hat: wie viel wir in fast 20 Jahren gemeinsamer Arbeit bereits bewirken konnten.
Gleichzeitig hat mir diese Reise einmal mehr gezeigt, wie wichtig persönliche Präsenz für unsere Stiftungsarbeit ist. Sie schafft Vertrauen, ermöglicht ehrliche Rückmeldungen und gibt wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unserer Projekte.
Mit vielen Eindrücken, neuen Ideen und großem Respekt vor dem Engagement der Menschen vor Ort bin ich nach Deutschland zurückgekehrt – erfüllt von Dankbarkeit, mit Zuversicht und der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam weiterhin Hoffnung säen können. Nach reichhaltiger Ernte ruhen wir uns nicht aus, sondern bewegen uns weiter. Ein herzliches Dankeschön allen Helferinnen und Helfern, die dies möglich machen – gemeinsam setzen wir unsere Arbeit fort:
WIR SÄEN WEITER.
Herzlichst
Eure/ Ihre Rosi Skopp